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Am 1.April 1993 wurden bei Schachtarbeiten zum Bau der Gaststätte "Zum Bergfried" 56 Gold- und 178 Silbermünzen gefunden. Die älteste Münze ist ein geprägter ungarischer Dukat, die jüngste ein preußischer Zwölftaler aus dem Jahre 1755. Im Fund dominieren preußische Münzen aus der Zeit nach der Graumanschen Münzreform von 1750. Damit stellt der Fund ein wichtiges Zeugnis für die Umstrukturierung des brandenburgischen Geldumlaufs dar. Hervorzuheben ist die für die brandenburgischen Schatzfunde hohe Zahl von Goldmünzen sowie die überwiegend gute, teilweise sogar prägefrische Erhaltung der Fundmünzen, unter denen sich eine ganze Anzahl numismatisch interessanter, zum Teil recht seltener Stücke befinden. Es handelt sich um einen der bedeutendsten brandenburgischen Münzfunde aus der Zeit Friedrich II. An erster Stelle ist dabei der Magdeburger Dukat aus dem Jahre 1708 zu nennen, von dem bisher noch kein Original bekannt war. Unter dem Nachfolger Friedrich I. ist in Brandenburg abgesehen von Scheidemünzen nur noch wenig geprägt worden. Umso überraschender ist das Auftreten eines Dukaten und zweier 2/3 Taler des Soldatenkönigs. Zur prachtvollen Serie der Goldmünzen Friedrichs II. gehören ein Doppelfriedrichsdor, 34 Friedrichsdor und 10 halbe Friedrichsdor. Die Münzen stammen aus den Jahren 150 bis 1753 und sind makelos erhalten. Auch die 146 Silbermünzen Friedrichs II., überwiegend 1/6 Taler 1/12 Taler gehören in einen relativ kurzen Zeitraum von nur 5 Jahren (1750 bis 1755). Unter den ausländischen Münzen ist besonders auf die schwedischen, spanischen und ungarischen Dukaten hinzuweisen, letzterer stellt die älteste Münze des Fundes dar (vor 1471). Eine weitere besonderheit des Fundes ist ein "Jefimok". Diese "Jefimoks" sind 1655 in Moskau gegengestempelte, westeuropäische Taler, die durch die Stempelung für den Geldverkehr in Rußland zugelassen waren. Rußland benötigte vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Krieges mit Polen dringend dieses Geld für seine in der Ukraine und Weißrußland stationierten Truppen. Ab 1659 wurden die Jefimoks wieder für ungültig erklärt und eingezogen. Bisher sind nur Funde in den Niederlanden, Dänemark und Ungarn bekannt, die einzelne Jefimoks enthielten. |
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